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Gilsa-Online

Ganerben

Veröffentlicht am 29.09.2008

Das Dorf Gilsa war seinerzeit dem ganerbschaftlichen Gericht des nahegelegenen Ortes Waltersbrück zugeordnet. Ganerben (Miterben) besaßen das Erbe zur gesamten Hand, bildeten eine Ganerbschaft und hatten ein Ganerbengericht. Dieses Gericht gehörte im 14. Jahrhundert den Familien v. Löwenstein-Schweinsberg und v. Gilsa gemeinsam. ...

1359 kam es zur Teilung des Gerichts unter den Ganerben: Die v. Gilsa behielten die bisher gemeinsam besessenen Dörfer Gylse (Gilsa) und Cymersrade (Zimmersrode) mit allem Zubehör als Alleineigentum. Dazu bekamen sie auch das Eigengut Hermann v. Schweinsbergs in diesen Dörfern, nämlich die Lehnsherrschaft über das Bierlingsgut zu Zimmersrode mit den Leuten, den Wald zu Zimmersrode und den Wald zu Gilsa.

Außerdem werden die in den Schweinsbergischen Teil des Gerichts liegenden Besitzungen derer v. Gilsa von aller Gerichtsbarkeit, Abgaben, Nutzungen und Diensten befreit. Außerdem beziehen die v. Gilsa aus allen Dörfern des Gerichts ihre Herbstbede (im Herbst zu entrichtende Steuerabgabe) und erhalten das freie Pfändungsrecht für rückständige Summen dieser Bede.Wegen der Jagd lagen die Schweinsberger mit den v. Gilsa von 1589 bis 1615 im Streit, da diese als Eigentümer eines freien Meierhofes die Jagd beanspruchten.

Die v. Gilsa bildeten aus ihren Dörfern Gilsa und Zimmersrode ein Rügegericht. Die Gerichtsbarkeit trugen die v. Gilsa seit dem Ende des 14. Jahrhunderts von Hessen zu Lehen. Nach dem Borkener Salbuch (Besitzverzeichnis herrschaftlicher Güter) waren Gilsa und Zimmersrode adelige Dörfer derer v. Gilsa im Amt Borken. Die Schrecken des 30-jährigen Krieges dürften in diesen Dörfern besonders groß gewesen sein. Als der kaiserliche General Bönninghausen 1633 den Löwensteiner Grund (die hiesige Gebietsbezeichnung) verwüstete, ging vermutlich auch Gilsa in Flammen auf; vgl. Werner Ide, "Von Adorf bis Zwesten", Melsungen 1972.

Altes Gerichtssiegel der Familie von und zu GilsaAltes Gerichtssiegel der Familie von und zu Gilsa